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Nov 29 16

Der Generalbundesanwalt und Bono Vox von U2 gendern uns voll

by James T. Kirk

Da ich bis zum 30. November unbedingt noch einen Artikel schreiben muß, damit im Monat November auch etwas im Blogarchiv vorhanden ist, schreibe ich einfach mal ein bißchen was Anekdotisches.

Ich habe eine “Focus”-Ausgabe (47/16) vor mir liegen, in der mir zwei Gender-Marotten aufgefallen sind. In einem Riesen-Interview mit dem Generalbundesanwalt Peter Frank, wo es hauptsächlich um’s Terrorthema geht, fiel mir die geschlechtergerechte Sprache des Herrn auf. Sie ist zwar noch nicht auf dem Niveau der Grünen Jugend, aber auffällig war es schon:

Gemeinsam mit den Generalstaatsanwälten und Generalstaats-anwältinnen der Bundesländer sehe ich es als meine Pflicht an, auf die bestehenden Defizite hinzuweisen.

Die Defizite bestehen laut Frank vor allem in der Überwachung elektronischer Kommunikation von Terrorverdächtigen. Akzeptiert hätte ich obigen Gender-Sprech ja noch, wenn von “Generalstaatsanwälten und -anwältinnen” die Rede gewesen wäre. So wirkt das doch arg gekünstelt.

Noch eine Kostprobe:

Wir leben in einer freiheitlichen Demokratie, in der Meinungen diskutiert werden. Das ist eine große Errungenschaft. Wenn wir anfangen zu sagen, ab jetzt wird nur noch von oben herab entschieden, dann geben wir unsere pluralistische Gesellschaft auf, also genau das, wofür unsere Vorväter und Vormütter gekämpft haben.

Hier sieht die Sachlage ganz ähnlich aus. Wobei auch “Vorväter und -mütter” arg merkwürdig wirken würde. Aber ohne Gendersprech müßte unser Generalbundesanwalt wohl fürchten, von der RAF (=Radikale Feministinnen) als konterrevolutionär eingestuft zu werden.

Viele Seiten weiter im “Focus” fand ich noch eine absurde Meldung über den U2-Sänger Bono. Dort steht:

Bono ist “Frau des Jahres”

Ich zitiere mal:

Bei der Hollywood-Gala “Glamour-Frauen des Jahres” erhielt erstmals ein Mann den Preis. Ausgezeichnet wurde der irische Rockstar Bono für die von ihm gegründete Bewegung “Armut ist sexistisch”. Bei seiner Dankesrede gestand er:”Ich weiß, wie lächerlich es ist, dass ich hier auf der Bühne stehe.” Einen Preis für ihre Lebensleistung bekam die immer eindeutig feminine IWF-Chefin Christine Lagarde.

Tja. Habe mir mal die Webseite von Bono ihm seiner “Bewegung” angeguckt. Da steht z.B. dies:

Sexismus ist ein globales Problem. Der Kampf dagegen sollte es auch sein.
Schließ dich 208,589 anderen an, die mit vereinten Stimmen globale Gleichberechtigung fordern. Denn erst wenn Frauen und Mädchen überall gleichberechtigt sind, werden wir die extreme Armut überwinden.

Und dies:

Sehr geehrte Staats- und Regierungschefs,

nirgends auf der Welt haben Frauen die gleichen Chancen wie Männer. Nirgends.

Wahrscheinlich ist in diesem Satz auch die Bevorteilung von Frauen in weiten Teilen der Welt mit gemeint. Clever. Denn die Chancen von Frauen im westlichen Kulturkreis, Opfer von Genitalverstümmelung oder Falschbeschuldigung zu werden, sind ja tatsächlich nicht “gleich”. Da muß noch einiges an Engagement für weiße, heterosexuelle Männer geschehen, damit die Chancen von Frauen endlich “gleich” werden.

Ich warne ausdrücklich vor der weiteren Lektüre dieser Seite, denn da ist ziemlich viel schwülstiger gynozentrischer Müll zu lesen.

An Leuten wie Bono und seiner Bewegung kann man mal wieder schön sehen, daß Männer für viele Linke und Intellektuelle im Empathie-Radar quasi inexistent sind.

Wenn Bono wirklich an mehr Gleichberechtigung für Frauen gelegen ist, dann sollte er der erste sein, der mit gutem Beispiel vorangeht. Indem er z.B. seinen Namen geschlechtergerecht umändert. Denn spätestens seit den grandiosen “sprachwissenschaftlichen” Arbeiten der Männerfreundin Luise F. Pusch wissen wir ganz genau, daß Gleichberechtigung von Frauen in der Sprache anfangen muß, ja geradezu nur hier verwirklicht werden kann!

Bono nennt sich zukünftig “vox bona” und berücksichtigt nun das weibliche Geschlecht von “vox”, was so viel wie “Stimme” heißt und dem Lateinischen entspringt.

Bono!!! Wir besorgte Bürger appellieren hiermit an Sie: Tun Sie etwas für mehr Gleichberechtigung!

Ändern Sie Ihren Künstlernamen und geben Sie somit all den geknechteten Frauen und Mädchen eine Stimme.

Geben Sie eine groß inszenierte Pressekonferenz zu diesem Thema ab: “Ich heiße jetzt ‘Vox bona’ und nicht mehr ‘Bono Vox’. Weil mir die Frauen am Herzen liegen.”

 

So, genug Schwachsinn gelabert. Hauptsache, ich habe einen neuen Blogartikel fertig. Der Zweck heiligt die Mittel.

Okt 10 16

Cem Özdemir und ich

by James T. Kirk

Folgenden Text hatte ich zwar schon im Forum Männerrechte publiziert, ich gebe ihn aber noch mal hier zum besten. Am Ende schreibe ich noch ein paar Worte dazu:

Ich bin ja Berliner und als solcher auch schon mal am Pariser Platz zugegen. Heute vor drei Wochen, glaube ich, bin ich dort am Abend Cem Özdemir begegnet. Ich stand ziemlich versonnen direkt am Brandenburger Tor, als da drei Typen im Anzug Richtung Reichstag an mir vorbeiliefen. Dann habe ich etwas verspätet gecheckt, daß da der Özdemir mit bei ist.

Ich bin dann auf ihn zugegangen und sagte Folgendes:

Sie sind doch Cem Özdemir? – Sorgen Sie mal dafür, daß die Grünen männerfreundlicher werden, dann geht’s auch mit den Wahlergebnissen wieder nach oben. Hinterfragen Sie mal den Feminismus bei den Grünen.

Ich habe ihm das völlig selbstverständlich so diktiert, und er hat ganz amüsiert reagiert. Er hat zwar nichts geantwortet, aber es verschmitzt im Vorbeilaufen zur Kenntnis genommen. Danach ist mir dann aufgefallen, daß ich in einem Tonfall geredet habe, als ob ich quasi der Meta-Beauftragte für Deutsche Politik im allgemeinen und die Grünen im besonderen wäre. Ich meine, ich habe ihm das richtig im Ton höchster Selbstverständlichkeit gesagt und mit einer gewissen Autorität.

Ich bin ja selber Grüner und meine zu wissen, wo diese Partei ihre Macken hat. Diese Begegnung fand wohl in der Woche nach der MeckPomm-Wahl statt, wo die Grünen in die politische Transzendenz entschwanden. So eine Message an Cem Özdemir wird die Grünen sicherlich nicht ändern, ich denke aber, daß die Funktionsträger ins Nachdenken kommen, wenn sie sachlich immer wieder gesagt bekommen, daß sie die feministische Ausrichtung ihrer Partei infrage stellen sollten.

Ich war da mit Fahrrad und Helm zugegen und sehe eigentlich auch aus wie ein Grüner, sodaß Özdemir das hoffentlich als Binnenkritik verstanden hat. Solch eine Kritik kann mehr Wirkung entfalten als die aggressiven Polemiken von “Rechten”. Wenn die Leute also sehen, das ist eigentlich ein Grüner, ein Intellektueller, überhaupt nicht konservativer Mann, dann schindet das schon mehr Eindruck.

Die Grünen sind leider zu doof und wissen selbst nicht, was für ein Glück sie eigentlich mit Leuten wie Boris Palmer haben. Sie hätten ein enormes Potential, wenn sie ein Stück weit vernünftig konservativ würden und dies mit Forderungen z.B. nach mehr Bio, mehr ökologisch sensibler Landwirtschaft etc. verbinden würden. Stattdessen berauschen sie sich immer wieder an ihrer höheren Moral und imaginieren sich dafür z.B. in geradezu hysterischer Weise den lupenreinen, selbstlosen “Flüchtling” zusammen, der ohne politisches Asyl in Deutschland ausweglos dem eigenen Verderben entgegensähe.

[Ende]

Tja, das war meine Begegnung mit Herrn Özdemir. Schade, daß die Grünen beim Thema der Nachhaltigkeit so weitsichtig sind und den herrschenden Ökonomismus hinterfragen, bei den Themen der politischen Korrektheit aber strunzdumm sind. Viele zynische Wähler der “rechten” Parteien bzw. des bürgerlichen Lagers sind ja genauso strunzdumm, wenn es darum geht, sich einmal die Folgen unseres Wirtschaftens anzuschauen, die nicht unmittelbar monetär zu Buche fallen – oder zumindest nicht in Bilanzen abgebildet werden.

Unser ökonomisches Handeln leidet an Reduktionismus und kompletter Blindheit für die zukünftigen Kosten vermeintlich billiger Landwirtschaft oder Stromerzeugung (Kernkraft). Ich bin da immer wieder schockiert, wie doof die Leute sind. Wir leben im Zeitalter der Pseudo-Ökonomie, auch was die Finanzwirtschaft anbelangt. Das versteht jeder, der über ein halbwegs intaktes emotionales Sensorium verfügt und nicht Wirtschaftswissenschaften studiert hat – um es einmal polemisch auszudrücken.

Erschreckend ist für mich, daß nicht gesehen wird, wie sehr die Welt davon profitiert, wenn in den Entwicklungs- und Schwellenländern die sozialen und ökologischen Standards steigen. Die gegenwärtige Weltökonomie kann man als zynischen Utilitarismus und als ein Anbeten des Konkurrenzgedankens beschreiben.

Die Idee der Konkurrenz wird zum Fetisch. Dabei müßte das Ziel lauten, weltweit humane Standards und Leitplanken zu errichten, die die durchaus produktive Konkurrenz in menschliche Bahnen leiten. Geschieht dies nicht, sind die vordergründigen Kosten zwar gering, das menschliche Leid aber immens.

Das einzige “Argument” gegen ethische Regulierungen der Ökonomie lautet: Dann sind wir weniger konkurrenzfähig. Was nur dann stimmt, wenn in den konkurrierenden Ländern und Regionen Zombies leben, die ebenfalls nicht an höheren sozialen und ökologischen Standards in ihrer Heimat interessiert sind.

Man sieht hier, daß es also Zeit braucht, man muß Vertrauen lernen, die Zusammenarbeit ausweiten und wegkommen von der Konkurrenz um jeden Preis. Dies wird nicht durch eine “marxistische” Revolution geschehen, sondern es ist ein langer, organischer Prozeß, den wir mit unserem Konsum unterstützen können. Niemand ist dazu gezwungen, Produkte zu kaufen, die auf ökologischer oder sozialer Ausbeutung beruhen.

Und es muß sich auch niemand Schwachsinnsprodukte kaufen wie Vorstadtpanzer Pseudo-Geländewagen.

Leider frönen die Grünen bei anderen Themen einem ebenso tumben Reduktionismus wie dem hier beschriebenen ökonomischen. Sie begreifen den Begriff der Gleichberechtigung nicht ganzheitlich und seriös. Also unabhängig von Prozentverhältnissen. Sie sind unfähig zu sehen, daß der Islam einen vormodernen Kulturstatus hat und es daher weder für die Migranten noch für Europa zuträglich ist, wenn massenhaft Muslime hier einwandern.

Bei diesen und anderen Themen sind die Grünen völlig unfähig zu einer ganzheitlichen und nachhaltigen Politik. Sie kleben an einem formalen, reduktionistischen Gleichberechtigungsbegriff, wie ihre Gegner an einem formalen, reduktionistischen Ökonomiebegriff kleben.

Man sieht an dieser Gegenüberstellung schön, daß Parteien eigentlich Ideologievehikel sind. Jede Partei hat ihre Fetische, die sie anbetet, ihre Verblendungszustände. Man krallt sich an Losungen, Formalismen, pauschalen Konstruktionen fest, nur um der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen zu müssen.

So, genug gefaselt. Man kann die Menschen nicht bekehren. Wir müssen damit leben, daß der Fortschritt leider nur sehr langsam “progrediert” – um mal ein bißchen gebildet herüberzukommen. Möge ich noch einmal Cem Özdemir begegnen und ihm dann folgende Visitenkarte in die Hand drücken:

zitate-der-gruenen.de

Ich werde mir jedenfalls mal demnächst solche Visitenkarten drucken lassen.

Sep 7 16

Unverhoffter Zuwachs bei den “besorgten Bürgern”

by James T. Kirk

Es gibt Reichsbürger, Veggie-Bürger – und es gibt die besorgten Bürger.

Mit dem Begriff des besorgten Bürgers machen sich geistig verstrahlte Gutmenschen lustig darüber, daß man auch ohne Romantisierungen und Gewissensonanie auf den realexistierenden Refugee gucken kann – der mal sein Heim ankokelt wegen schlechten Puddings, mal Prügelorgien initiiert wegen weniger als nichts, mal weibliche Helfer anspuckt und ignoriert und so weiter und so fort.

Er verhält sich eben so, wie Flüchtlinge es nun einmal tun. Siehe die ganzen tumben Ossis in der Prager Botschaft 1989. Siehe die ganzen hinterhältigen, heimtückischen und verschlagenen Juden, die während des zwölfjährigen Reiches nach Übersee flohen.

Genau so verhalten sich heute auch unsere lieben Refugees. Manchmal malen sie Hakenkreuze ans Asylheim, manchmal kassieren sie unter mehreren Identitäten, und manchmal wollen sie ein sicheres deutsches Bundesland verlassen und in ein anderes fliehen, weil es ihnen z.B. auf dem Lande nicht so gefällt.

So wie unsere Gesellschaft grenzenloses Verständnis für “Flüchtlinge” bereithält und ihnen alles verzeiht, genauso blickt die Gesellschaft auch auf Frauen und Feministinnen. Auch für sie gilt die grenzenlose Verständnispädagogik verstrahlter Gutmenschen. Deshalb habe ich auch das Wort vom “Flüchtlingsfeminismus” kreiert.

Einem intelligenten Zeitgenossen fallen diese Parallelitäten eigentlich auf. Ich erwähne dies nur, weil Arne Hoffmann wirklich exakt das gleiche Verhalten in bezug auf Islam und Asylkrise zeigt, was er im nächsten Absatz auf Genderama empört kritisiert, wenn Frauen derartig idealisiert und mit Samthandschuhen angefaßt werden, wie dies bei Flüchtlingen der Fall ist.

Diese Absurdität ist für mich immer wieder ein erschreckendes Schauspiel. Dazu bedarf es schon eines gehörigen Maßes an Verlogenheit. Und wenn man den heiligen Refugee nicht anbetet, dann kommt er mit der gleichen “Rechts”-Scheiße, die auch die profeministischen Stiftungen und Journalisten für uns übrig haben, wenn wir nicht den heiligen Feminismus anbeten.

Entschuldigung, aber das ist so krank, daß ich es immer wieder kaum glauben kann.

Aber zurück zu den besorgten Bürgern. Das ist eine Phrase, die man übrigens auch auf Feminismuskritiker und Männerrechtler anwenden könnte bzw. die mit anderen Worten tatsächlich immer wieder zum Ausdruck gebracht wird. Feminismuskritik wird immer wieder ridikülisiert und diffamiert. Nun ja, Stichwort Parallelitäten.

Wir Männer sollten uns nicht so haben, man lacht über männliche Tränen und glaubt, daß wir alle Verlierer seien und Angst vor Gleichberechtigung haben. Und genau so macht man sich eben auch über die Asylkritik lustig. Nach dem Motto: Was habt Ihr denn. Seid’s doch alle Ausländerfeinde. Haben doch auch die Ossis und Vertriebenen integriert. Ihr seid doch nur voller Angst und Haß. Wo fürchtet Ihr denn Einschnitte?

Jetzt gibt es unverhofften Zuwachs bei den besorgten Bürgern. Man bestaune folgende Grafik:

berliner manifest afd besorgte bürger

Mit dem sogenannten “Berliner Manifest” zeigen linksgrünversiffte und gendergaga Homos, daß ihnen wirklich die Muffe und der Arsch auf Grundeis gehen. Sie fürchten nichts mehr als eine Vereinnahmung der andersartigen sexuellen Orientierungen durch die AfD. Ganz stolz und weiblich-narzißtisch schreibt Powerfrau und Superemanze Anne Wizorek nun dies auf Twitter:

anne wizorek berliner manifest twitter
Twitter-Link

Frau Wizorek ist also besorgt um eine Vereinnahmung der Schwulen und Lesben durch die AfD. Habe mir dann mal erlaubt, das hier bei Frau Wizorek zu antworten:

wizorek twitter kritik schwesig

Ich wurde praktisch Sekunden später auf Twitter blockiert. Die Reaktion kam unversehens – fast so, als wäre da ein ständiger Mitarbeiter am Ball, der sofort reagieren kann, falls unbotmäßige Kritik erfolgt. Die Frau arbeitet ja jetzt bei Küstenbarbie im Frauenmysterium. Da gilt es einen Ruf zu verteidigen. Mein Tweet ist aber immerhin noch existent, soweit ich das sehe. Bereits bei diesem Bißchen Kritik wird man geblockt. Ist das eine “weltoffene und vielfältige” Gesellschaft?

Na ja. Leider gibt es noch viel zu viele Gehirngewaschene, die nicht wissen, was für ein Geist sich hinter Schwachsinns-Kampagnen wie “No hate speech” versteckt. Das sind Leute, die so strunzdumm lügen, daß sie empört sind, wenn sie echte “Hate Speech” ernten, aber mit (halbwegs) sachlicher Kritik kaum zurechtkommen.

Sie kommen also so oder so nicht mit Kritik klar. Und echte ausfällige Kommentare sind praktisch die hilflose und nachvollziehbare Konsequenz aus all der widerlichen Verlogenheit und Strunzdummheit, die uns Leute wie Anne Wizorek oder Manu Schwesig tagtäglich entgegenschleudern.

Schade, daß es in Deutschland außer mir Henryk M. Broder und Elmar Hörig keinen Intellektuellen gibt, der in einer Talkshow ergreifendes Mitgefühl gegenüber Anne Wizorek theatralisch vorspielen kann und dann mit genüßlichem Lächeln sagt: Willkommen bei den besorgten Bürgern, liebe Frau Wizorek.

Aug 30 16

Gender-Blödsinn auf “Spiegel Online”

by James T. Kirk

Gerade habe ich eine Meldung auf “Lügel Online” gelesen über das erste Transmädchen in Kolumbien. Das ist also ein Junge, der sich Zeit seines Lebens eigentlich als Mädchen fühlte und nun auch so herumlaufen möchte.

Das eigentlich Absurde an dem Artikel fiel mir in der Unterüberschrift auf – oder der Überunterschrift, jedenfalls der Text, wo unter der Überschrift steht:

In Kolumbien beharrt die katholische Kirche auf traditionellen Geschlechterrollen – jetzt avanciert eine 17-jährige Schülerin, die als Junge geboren wurde, zur Berühmtheit.

Bitte beschütze mich jemand vor solchen Unterüberschriften. Kann man in Deutschland eigentlich auch Asyl beantragen, wenn man sich von solchen Texten verfolgt fühlt? Ich war ja vorher in keinem sicheren Drittland. Meine Chancen auf politisches Asyl stünden also nicht schlecht.

Aber jetzt mal Klartext: Ein 17-jähriger Junge will eine Frau werden und sich in Kleider hüllen, die der traditionellen Geschlechterrolle des Mädchens entsprechen.

Der Junge müßte der katholischen Kirche in Südamerika also geradezu dankbar sein, wenn sie auf traditionellen Geschlechterrollen beharrt. Man stelle sich mal vor, die Kirche in Kolumbien wäre evangelisch oder gender-orthodox.

Dann käme eine Gender-Beauftragte um die Ecke und würde dem Jungen sagen: Du fühlst dich als Mädchen. Was willst du mehr? Durch Mädchenkleider und “geschlechtsangleichende” Operationen würdest du das traditionelle Geschlechterbild, welches das Patriarchat erfunden hat, affirmieren. Ein gefühltes Mädchen in einem Jungen-Körper ist geradezu die Verkörperung der heiligen Gender-Apokalypse.

Warum bringt also ein “Lügel Online”-Journalist das Problem der Transidentität mit den traditionellen Geschlechterrollen zusammen? Weil er keine Ahnung hat und ebend irgendeinen Gender-Scheiß zusammenschreibt, der halbwegs progressiv klingt. Die Unterüberschrift tut so, als wäre das Beharren auf althergebrachten Stereotypen ein Problem hinsichtlich der Transidentität. So doof muß man erst mal sein.

Der Gender-Blödsinns-Artikel auf “Lügel Online” geht übrigens so weiter, daß er den hier geschilderten Fall mit allerlei anderem Allerlei vermengt. Viele Kolumbianer sind gegen einen Bildungsplan, der Homosexualität im Unterricht thematisieren soll. Mittlerweile finde ich solch eine Haltung erstaunlich natürlich und lebensbejahend. Ich persönlich brauchte jedenfalls keinen solchen Bildungsplan, um Homosexuelle nicht anzuspucken oder zu hänseln.

Schließlich endet der Artikel mit folgender Passage:

2014 hatte der Suizid des 16-jährigen Serio Urrego im Land für Aufmerksamkeit gesorgt – in mehreren Abschiedsbriefen schrieb der homosexuelle Schüler, er habe sich auch vom Personal seiner katholischen Privatschule diskriminiert gefühlt.

Hier ist das Problem der traditionellen Geschlechterrollen gewissermaßen auch nicht relevant. Denn es gibt ja durchaus sehr männliche Schwule. Der Artikel bringt also Geschlechterrollen, sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität durcheinander.

Solch eine Konfusion ist wohl nur im Gender-Zeitalter möglich. Denn Gutsein ist heute wichtiger als ein klarer Kopf. Man sieht an diesem wie auch an vielen anderen Artikeln zu diesem Thema schön, daß Journalisten in den Gegensatz von bösen reaktionären Kräften/katholischer Kirche und toller Gender-Emanzipation verliebt sind. Das vernebelt dann den Verstand, sodaß ein Journalist das Beharren auf traditionellen Geschlechterrollen als kontraproduktiv hinsichtlich Transsexualität darstellen kann.

Ich persönlich begrüße ja mehr Toleranz gegenüber Homosexuellen, Transsexuellen und allen anderen irdischen Lebensformen. Ich bitte aber auch um Toleranz für Leute wie mich, die vermeinen, mannigfaltige Indizien gefunden zu haben, daß Homo- und Transsexualität zumindest in vielen Fällen pathologisch, also nicht angeboren sind.

Und was bringt es einer Gesellschaft, zwar tolerant gegenüber Homo- und Transsexuellen zu sein, sie aber möglicherweise in einem Lügensystem zu bestärken?

In einer Demokratie sollte es eigentlich selbstverständlich sein, daß man völlig frei sowohl über natürliche als auch über pathologische Ursachen gewisser sexueller Orientierungen und Identitäten sprechen kann. Daß der Diskurs zu diesem Themen allerdings durch Gutmenschenterror totalitär eingeschränkt ist, kann für einen aufgeklärten Menschen eigentlich nur die Schlußfolgerung zulassen, daß damit etwas verdeckt werden soll.

 

 

 

PS: Ganz vergessen habe ich noch einen weiteren Aspekt der Gender-Blödsinnigkeit, denn artig und brav schreibt der “Lügel” so wie alle anderen Medien auch von einem Mädchen und benutzt weibliche Personalpronomen – und das obwohl der Junge noch gar nicht umoperiert wurde und noch ein Dasein als lateinamerikanische Version von Conchita Wurst fristet.

Der ungeschriebene Pressekodex zur Transsexualität lautet also, daß man eine Art Wünsch-dir-was-Journalismus betreibt, also nicht die Fakten beschreibt, sondern den Wunsch nach Geschlechtsumwandlung schon grammatisch abbildet. Es handelt sich nun einmal nicht um ein Mädchen. Punkt. Es ist ein Junge in Frauenkleidern mit weiblicher Mähne.

Seit wann machen wir den Begriff der Frau oder des Mannes davon abhängig, wie sich jemand fühlt?

Ich fühle mich von der GEZ verfolgt und beantrage hiermit politisches Asyl in Deutschland.