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Andrea Nahles und die Macht – oder: Wozu ist Gender-Forschung eigentlich gut?

by James T. Kirk on April 18th, 2018

Das erfahren wir von einer Frau, deren Nachname gleich beredtes Zeugnis davon ablegt, daß sie eigentlich nur Gender-Forscherin oder Frauenbeauftragte sein kann: Barbara Holland-Cunz.

Was für ein Name! Aber nicht so gut wie Kristin Rose-Möhring.

Ich warte ja mal darauf, wann die Gender-Forschung endlich ihre Stereotypen ablegt – und wir den ersten Mann uns erklären hören, wozu Gender-Forschung eigentlich gut ist.

Na ja. Vielleicht ist es ja auch gar kein Zufall, daß Männer so etwas gar nicht erklären können.

Neulich ward ich auf der Internetseite von “Deutschlandfunk Kultur” und wurde auf einen Beitrag aufmerksam, der sich wie folgt schalt:

Genderforscherin über Frauen in der Politik
“Sie muss ihre Kompetenz immer ein Stück weglächeln”

Barbara Holland-Cunz im Gespräch mit Dieter Kassel

Als ich das las, schaltete mein Körper automatisch auf Alarm Rot und ich sah vor mir, wie eine Gender-Forscherin zwanghaft eine weibliche Opferposition konstruiert, sämtliche biologischen Erklärungsmöglichkeiten für weibliches Verhalten ausblendet und von stupidesten normativen Vorstellungen über das Geschlechterleben geritten wird – ohne selbst davon natürlich ein Bewußtsein zu haben, also von ihrer eigenen Normativität.

Das ist jedenfalls das sichere Ergebnis, wenn eine Gender-Frau den Mund aufmacht. Und genauso sicher ist, daß ihr Gebräu kaum hinterfragt wird.

Let’s go. Es geht um Andrea Nahles, die auserkoren ward, neue SPD-Vorsitzende zu werden:

Gleichheit für Andrea Nahles? “Sie muss immer besonders freundlich sein – sie muss ihre Kompetenz, wenn Sie so wollen, immer auch ein Stück weglächeln”, sagt Barbara Holland-Cunz über Frauen in der Politik.

Schon der erste Satz. “Gleichheit für Andrea Nahles?”. Was soll das sein? Braucht man das? Erwartet irgendjemand “Gleichheit” für einen männlichen Kindergärtner? Und was soll diese “Gleichheit” sein? Beschäftigt die Gender-Professorin auch die Gleichheit von Trennungsvätern?

Woher weiß Frau Holland-Cunz denn so genau, daß Andrea Nahles immer besonders freundlich sein müsse, ihre Kompetenz ein Stück weglächeln müsse? Wer ist der Imperator, der ihr das befiehlt?

Sowohl der Moderationstext als auch die Aussagen von der Gender-Frau sind extrem unreflektiert und zeitgeistig, sie beweisen, daß unsere GEZ-Angestellten nicht im geringsten zu kritischem Denken fähig sind – sobald wir Themen der politischen Korrektheit behandeln. Die Gender-Forscherin geht ungefragt davon aus, daß es Gleichberechtigung bedeute, wenn Frauen sich in der Politik genauso verhalten wie Männer und daß ihr abweichendes Verhalten gesellschaftlich determiniert sei, mithin eben Ungerechtigkeit. Dies ist die okkulte Normativität bzw. Voreingenommenheit der Gender-Forschung. Darauf baut alles Weitere auf. Auf nicht bewiesenen Annahmen und Voraussetzungen, auf subjektiven, politischen Möchtegern-Wertungen, die niemand teilen muß. Die Gender-Forscherin checkt das sowieso nicht. Aber auch der Moderator nickt das brav alles ab:

Die SPD wird bald eine Frau an der Spitze haben, viele Ministerämter sollen durch Frauen besetzt werden. Dennoch herrsche keine Gleichheit in der Politik, sagt die Genderforscherin Barbara Holland-Cunz. Egal, ob Frauen machtbewusst aufträten oder eher zurückhaltend: Es werde so oder so negativ bewertet.

Ja und? Wir dürfen das negativ bewerten! Will uns hier jemand vorschreiben, wie wir etwas zu bewerten haben? Sind Männer und Frauen gleich? Es soll auch schon passiert sein, daß sich weibliche Journalisten sowohl über dominante als auch zarte Männer mokiert haben und das jeweils andere Modell priesen.

Auch das dürfen die Frauen. In einer Demmokratie darf man das! Es gibt keine Verpflichtung zur “Gleichheit”.

Und während in Saudi-Arabien irgendwelche Frauen wegen Ehebruchs gesteinigt werden, fragt man sich: Warum zur Hölle geben wir für diese sinnlose, spekulative und selbstreferentielle Opfer-Forschung Millionen von Steuergeldern aus?!

Ich will Frauen negativ bewerten! Egal, was sie tun! Das ist mein gutes Recht!

Man könnte auch satirisch formulieren: Egal, was Männer tun, Frauen regen sich darob auf. Treten sie machtvoll auf, sind sie Machos, treten sie softig auf, sind sie keine richtigen Männer. Das sind natürlich phantasierte Reaktionen. Genauso phantastisch und unbewiesen wie die vermeintlichen Reaktionen auf Frau Nahles und andere Politikerinnen, die die Gender-Forscherin generalisiert und zum Probelm aufbauscht.

Frauen in der deutschen Politik – das ist im Moment eine recht widersprüchliche Angelegenheit. Einerseits soll nun nach der CDU auch die SPD eine weibliche Vorsitzende bekommen, und im künftigen Kabinett ist voraussichtlich knapp die Hälfte der Ministerposten mit Frauen besetzt. Andererseits ist der Frauenanteil im deutschen Bundestag deutlich geringer als zuvor – mit 30,7 Prozent prozentual so niedrig wie zuletzt 1998.

Ja, das ist segr widersprüchlich. Nur 30 Prozent Frauenanteil im Bundestag. Obwohl Frauen 30 Prozent der Mitglieder in den im Bundestag vertretenen Parteien stellen. Was für ein Widerspruch! Danke für dieses Stück “kritischen Journalismus”.

Ohne offizielle und inoffizielle Quoten wäre der Frauenanteil im Bundestag noch niedriger. Frauen werden ja geradezu gedrängt zu kandidieren. Weil man eben mehr “Frau” sein will in den Parteien. Das ist halt so.

Es kann zwar niemand seriös begründen, was höhere Frauenanteile zwingend mit mehr “Gleichberechtigung” zu tun haben, aber in Deutschland herrscht Religionsfreiheit. Da darf jeder glauben, was er will.

Der Moderator des “Qualitätsfunks” spricht obige Sätze völlig ungeniert aus, weiß gar nicht, was er da erzählt. Bewegt sich auf nie hinterfragten Pfaden der ewigen “Frauendiskriminierung”.

Normale Menschen würden ja skeptisch werden bei diesem immer wiedergekäuten Narrativ. Nicht so unsere Qualitätsjournalisten, deren Gehirn “nach links” kastriert ist. Kritik und Hinterfragen gehen nur “nach rechts.”

Alte, aber immer noch sehr lebendige Klischees und Rollenbilder seien daran Schuld, dass Frauen nicht im gleichen Maße in der Politik durchstarten wie Männer, sagt Barbara Holland-Cunz, Professorin für Gender Studies am Institut für Politikwissenschaft der Universität Gießen.

Sagt die “Professorin” aus Gießen, die offenbar nichts von den Frauenanteilen in den Parteien weiß, von den negativen Effekten durch “Quotenmästung”, von der höheren Familienpriorität von Frauen und offenbar noch nie erlebt hat, worüber Frauen und Männer im Alltag eigentlich gerne reden. Kleiner Tip: Politik ist nicht so das Lieblingsthema von Frauen.

Aber hier weiß die Gender-Frau sicherlich Rat: Die schlimmen “Rollenmodelle”!

Das weiß sie ganz sicher, denn davon hängt ihr Lehrstuhl ab. Politik wird bei Löwen und Gorillas zwar eher von Männern betrieben, und Frau Holland-Cunz muß mir mal erklären, wieso die gesamte Menschheitsgeschichte hindurch Politik eine männliche Sphäre war. Alles böser Zufall?

Solche Frauen lehren an unseren Universitäten! Man muß fürchten, daß sie die Wörter “Biologie”, “Skepsis” und “Erklärungsmöglichkeit” noch nie gehört haben. Wir brauchen ein Deradikalisierungsprogramm des Innenministeriums, das uns vor fanatisierten Gender-Forscherinnen schützt.

Oder wissenschaftlich ausgedrückt: Es ist keineswegs klar, ob die Differenzen von Mann und Frau gänzlich kulturell bedingt sind. Daher kann auch niemand einfach so “Benachteiligung” krakeelen. Diesen einfachen Schluß müßte man als Professorin schon hinkriegen – auch wenn er den eigenen Lehrstuhl bedroht. Davon abgesehen sind auch rein kulturell bedingte Unterschiede nicht per se verwerflich oder müßten nun unbedingt beseitigt werden.

Man muß sich auch immer klarmachen, was diese Gender-Leute hier “problematisieren”. Das sind quasi Nicht-Probleme bzw. sehr spekulative homöopathische Pseudodefizite, denen selbst in einem Land wie Deutschland unzählige gewichtigere und echte gesellschaftliche Probleme gegenüberstehen.

Gender-Forschung ist quasi nichts anderes als potenzierte Dekadenz.

Man sieht am gesamten Gefasel der Gender-Frau, daß es nur eine Schablone gibt: Kultur. Alles wird zwanghaft in diese Richtung gedeutet – obwohl es nicht ausschließbare biologische Potentiale gibt. Man könnte also auch sagen: Wir wissen es nicht. Es gibt Wichtigeres. Weg damit.

Jetzt die Gender-Frau in direkten Worten:

“Es ist nach wie vor so, dass das Bild einer Frau anders wirkt als das Bild eines Mannes, was Kompetenz angeht. Sie muss immer besonders freundlich sein – sie muss ihre Kompetenz, wenn Sie so wollen, immer auch ein Stück weglächeln.”

Wer sagt das? Darth Vader?

Und warum müssen die Geschlechterbilder gleich wirken? Wen interessiert das überhaupt? Was hat das mit Gleichberechtigung zu tun? Ist es überhaupt so, daß die Politikerinnen weniger lächeln und männlicher auftreten wollen?

Die Bürger dieses Landes haben das Recht darauf, weibliche Politiker anders zu bewerten. Da Frauen einen freundlicheren und verbindlicheren Grundhabitus haben, ist es nachvollziehbar, wenn man mit karrieregeilen Mannweibern fremdelt. Das Gleiche gilt umgekehrt für Männer in Frauenbereichen.

Und niemand weiß, ob Frauen nun genauso “durchstarten” könnten wie Männer, wenn etwaige Rollenerwartungen beseitigt wären. Alles Spekulation. Für Frau Holland-Cunz aber gesicherte Fakten. Schließlich geht es um die geheiligte “Benachteiligung” von Frauen.

Und was sind das für “Probleme”? Man könnte sich auch über zu wenig MacGyver-Folgen beklagen. Oder daß Außerirdische sich noch nicht gezeigt haben. Wir brauchen Ihre Gender-Forschung nicht, Frau Holland-Cunz.

Deshalb könne man nicht davon sprechen, dass es mittlerweile eine Gleichheit in der Politik gebe. Das beste Beispiel sei der Machtbegriff – wenn Frauen entweder zu machtbewusst oder aber zu wenig machtbewusst aufträten und beides meistens negativ bewertet werde:

“Frauen sagen ja auch ganz oft, wenn man sie fragt: Ich möchte gar keine Macht, ich möchte gestalten, ich möchte bestimmte Inhalte voranbringen. Frauen sind darin deutlich verhalten, auszudrücken, dass sie politische Macht haben möchten.”

Ja und? Das dürfen sie. Vielleicht entspricht dieses Verhalten eher ihrer Natur? Oder ist diese Annahme “konservativ”? Worin besteht der Fortschritt, wenn Frauen hier wie Männer ticken? Wer legt fest, daß dies gut und erstrebenswert sei?

Hier sind wir beim Grundproblem der Gender-Forschung, die mit völlig willkürlichen Zuschreibungen arbeitet und ihre eigene “progressive” Normativität nicht durchschaut. Also die zwanghaften Deutungen von “richtig” und “falsch”, von “progressiv” und “konservativ”.

Das zeigt sich hier wieder:

Denn sie wüssten sehr genau, dass das nicht in ihre Rolle, in ihre stereotype Vorstellung, wie eine Frau zu sein habe, passe.

Das ist eine völlig willkürliche, spekulative Deutung. Man könnte fast von einer paranoiden Rollen-Verschwörungstheorie sprechen. Man muß das auch hier ansprechen, weil Paranoia und Verschwörungstheorie-Gehabe ja sehr häufig den bösen “Rechten” zugeschrieben werden, Linke bei ihren Lieblingsthemen aber genauso davon betroffen sind.

Sie merken es nur nicht, weil diese Paranoia etablierter Mainstream ist.

“Ein alter Mann – das ist so eine Art Elder Statesman, der kann uns noch beraten. Denken Sie an den uralten Helmut Schmidt, der immer noch was zu sagen hatte. Ich glaube, es gibt keine entsprechenden Bilder von älteren Frauen. Das wird, glaube ich, ein Problem werden für diese Generation von Frauen, die jetzt, in den letzten Jahren, Verantwortung getragen haben.”

Vielleicht werde es für die nächste Generation einfacher werden.

“Man kann das nur hoffen. Aber ich bin skeptisch.”

Ende des Beitrags.

Vielleicht sind Frauen einfach nur anders, weniger meinungsfreudig als Männer. Und wozu brauchen wir irgendwelche “Bilder”? Ach ja, wir haben es ja mit der deterministischen Gender-Theorie zu tun. Verstehe. Da gibt es für alles “Modelle”, “Stereotypen” und “Bilder”, die uns zu dem machen, was wir sind.

Fragt sich nur, wie dann Veränderungen überhaupt möglich sind und waren. Aber das ist Philosophie. Damit sollte man Gender-Genossen nicht kommen. Das würde ihren Firlefanz ganz schnell “dekonstruieren”.

Es gibt schlicht noch kaum Elder Stateswomen. Und wer Frauen ein bißchen kennt, der kann sich vorstellen, daß sie einfach weniger mit ihrer Meinung hausieren gehen und es völlig natürlich sein kann, daß sie sich nach der Politik mehr zurückhalten als Männer.

Wo wir wieder beim alten Problem sind. Statt Gender-Geraune gibt es sehr viel plausiblere nichtkulturelle Erklärungen. Noch wichtiger: Keine Gender-Frau kann diese Möglichkeiten ausschließen – trotzdem laufen sie Amok und gendern, bis der Arzt kommt.

Was ist das für eine Pseudowissenschaft? Ironischerweise bestätigen die praktisch ausschließlich weiblichen Gender-Forscher durch ihren erkenntnistheoretischen Analphabetismus gewisse Vorurteile über intellektuell nicht gerade besonders versierte Frauen. :)

Aber als fortschrittlicher Mann bin ich selbstverständlich völlig frei von Vorurteilen. Ich würde also auch ohne Gender-Forschung klarkommen! Mich braucht niemand mehr umzupolen.

Die Gender-Tante Holland-Cunz hofft als Wissenschaftlerin, die sich ja der Deskriptivität verschrieben hat, daß sich vermeintliche Normen ändern, daß es künftig mehr Elder Stateswomen gibt und sie es einfacher haben.

Ist Gender-Forschung also doch Gleichstellungspolitik?

Was hat diese normative Aussage bei einer “Wissenschaftlerin” zu suchen?

Sie hat keinerlei Ahnung, ob die Elder-Stateswoman-Frage ein Problem mangelnder Gleichberechtigung ist oder ob Frauen schlicht und einfach anders ticken. Sie weiß es schlicht nicht, meint aber, ganz gewiß ein kulturelles Problem festgestellt zu haben.

Aber man wäre naiv, wenn man davon ausginge, daß Gender-Forscher zu dieser Reflexion fähig wären.

Und noch mal: Was sind das für “Probleme”, mit denen wir uns hier beschäftigen?

Man hat das Gefühl, es hier mit höchst spekulativer, wissenschaftlicher Krümelkackerei zu tun zu haben, die besser in der mittelalterlichenn Scholastik aufgehoben wäre – wo man auch “weltbewegende” Fragen diskutierte, die heute nur noch Kopfschütteln auslösen.

 

 

Dieser launige Artikel sollte für das sensibilisieren, was ich auf gender-ideologie.de immer wieder thematisiere und was den Knackpunkt des Gender-Spuks ausmacht: Paranoia. Völlig willkürliche, spekulative, zwanghafte Deutungen der Realität in nur eine Richtung.

Hier gilt es anzusetzen. Man darf den Gender-Zombies nicht mit Biologie kommen. Auch wenn da vieles zu sagen wäre. Man muß den Gender-Zombies entgegenhalten, daß sie eine Kartenhaus-Wissenschaft betreiben – also mit spekulativen Voraussetzungen arbeiten.

Das Gender-Kartenhaus besteht aus nicht hinreichend belegten Zwangsdeutungen und einem politischen Wollen.

Niemand weiß, ob Mann und Frau essentiell “gleich” sind.

Selbst wenn sie das wären, dürften sie sich in kulturellen Prägungen unterscheiden.

Gleichberechtigung hat nicht zwingend etwas mit Rollenbildern, Prozentverhältnissen oder Erwartungshaltungen zu tun.

Alles ein riesiger sinnloser Firlefanz.

Ich bitte zu realisieren, daß man das Gender-Unwesen auf dieser “axiomatischen” Ebene, in diesen unbewußten Voraussetzungen und Zuschreibungen kritisieren muß.

Gender Studies sind Politik. Genauer: Ideologie.

 

 

PS: Man verzeihe mir bitte, daß erst jetzt wieder ein neuer Artikel erscheint. Ich tobe mich derzeit woanders aus. Z.B. hier:

zitate-der-gruenen.de

Oder hier:

hate-speeches.de

Oder hier

feministische-zitate.de

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