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Gender-Blödsinn auf “Spiegel Online”

by James T. Kirk on August 30th, 2016

Gerade habe ich eine Meldung auf “Lügel Online” gelesen über das erste Transmädchen in Kolumbien. Das ist also ein Junge, der sich Zeit seines Lebens eigentlich als Mädchen fühlte und nun auch so herumlaufen möchte.

Das eigentlich Absurde an dem Artikel fiel mir in der Unterüberschrift auf – oder der Überunterschrift, jedenfalls der Text, wo unter der Überschrift steht:

In Kolumbien beharrt die katholische Kirche auf traditionellen Geschlechterrollen – jetzt avanciert eine 17-jährige Schülerin, die als Junge geboren wurde, zur Berühmtheit.

Bitte beschütze mich jemand vor solchen Unterüberschriften. Kann man in Deutschland eigentlich auch Asyl beantragen, wenn man sich von solchen Texten verfolgt fühlt? Ich war ja vorher in keinem sicheren Drittland. Meine Chancen auf politisches Asyl stünden also nicht schlecht.

Aber jetzt mal Klartext: Ein 17-jähriger Junge will eine Frau werden und sich in Kleider hüllen, die der traditionellen Geschlechterrolle des Mädchens entsprechen.

Der Junge müßte der katholischen Kirche in Südamerika also geradezu dankbar sein, wenn sie auf traditionellen Geschlechterrollen beharrt. Man stelle sich mal vor, die Kirche in Kolumbien wäre evangelisch oder gender-orthodox.

Dann käme eine Gender-Beauftragte um die Ecke und würde dem Jungen sagen: Du fühlst dich als Mädchen. Was willst du mehr? Durch Mädchenkleider und “geschlechtsangleichende” Operationen würdest du das traditionelle Geschlechterbild, welches das Patriarchat erfunden hat, affirmieren. Ein gefühltes Mädchen in einem Jungen-Körper ist geradezu die Verkörperung der heiligen Gender-Apokalypse.

Warum bringt also ein “Lügel Online”-Journalist das Problem der Transidentität mit den traditionellen Geschlechterrollen zusammen? Weil er keine Ahnung hat und ebend irgendeinen Gender-Scheiß zusammenschreibt, der halbwegs progressiv klingt. Die Unterüberschrift tut so, als wäre das Beharren auf althergebrachten Stereotypen ein Problem hinsichtlich der Transidentität. So doof muß man erst mal sein.

Der Gender-Blödsinns-Artikel auf “Lügel Online” geht übrigens so weiter, daß er den hier geschilderten Fall mit allerlei anderem Allerlei vermengt. Viele Kolumbianer sind gegen einen Bildungsplan, der Homosexualität im Unterricht thematisieren soll. Mittlerweile finde ich solch eine Haltung erstaunlich natürlich und lebensbejahend. Ich persönlich brauchte jedenfalls keinen solchen Bildungsplan, um Homosexuelle nicht anzuspucken oder zu hänseln.

Schließlich endet der Artikel mit folgender Passage:

2014 hatte der Suizid des 16-jährigen Serio Urrego im Land für Aufmerksamkeit gesorgt – in mehreren Abschiedsbriefen schrieb der homosexuelle Schüler, er habe sich auch vom Personal seiner katholischen Privatschule diskriminiert gefühlt.

Hier ist das Problem der traditionellen Geschlechterrollen gewissermaßen auch nicht relevant. Denn es gibt ja durchaus sehr männliche Schwule. Der Artikel bringt also Geschlechterrollen, sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität durcheinander.

Solch eine Konfusion ist wohl nur im Gender-Zeitalter möglich. Denn Gutsein ist heute wichtiger als ein klarer Kopf. Man sieht an diesem wie auch an vielen anderen Artikeln zu diesem Thema schön, daß Journalisten in den Gegensatz von bösen reaktionären Kräften/katholischer Kirche und toller Gender-Emanzipation verliebt sind. Das vernebelt dann den Verstand, sodaß ein Journalist das Beharren auf traditionellen Geschlechterrollen als kontraproduktiv hinsichtlich Transsexualität darstellen kann.

Ich persönlich begrüße ja mehr Toleranz gegenüber Homosexuellen, Transsexuellen und allen anderen irdischen Lebensformen. Ich bitte aber auch um Toleranz für Leute wie mich, die vermeinen, mannigfaltige Indizien gefunden zu haben, daß Homo- und Transsexualität zumindest in vielen Fällen pathologisch, also nicht angeboren sind.

Und was bringt es einer Gesellschaft, zwar tolerant gegenüber Homo- und Transsexuellen zu sein, sie aber möglicherweise in einem Lügensystem zu bestärken?

In einer Demokratie sollte es eigentlich selbstverständlich sein, daß man völlig frei sowohl über natürliche als auch über pathologische Ursachen gewisser sexueller Orientierungen und Identitäten sprechen kann. Daß der Diskurs zu diesem Themen allerdings durch Gutmenschenterror totalitär eingeschränkt ist, kann für einen aufgeklärten Menschen eigentlich nur die Schlußfolgerung zulassen, daß damit etwas verdeckt werden soll.

 

 

 

PS: Ganz vergessen habe ich noch einen weiteren Aspekt der Gender-Blödsinnigkeit, denn artig und brav schreibt der “Lügel” so wie alle anderen Medien auch von einem Mädchen und benutzt weibliche Personalpronomen – und das obwohl der Junge noch gar nicht umoperiert wurde und noch ein Dasein als lateinamerikanische Version von Conchita Wurst fristet.

Der ungeschriebene Pressekodex zur Transsexualität lautet also, daß man eine Art Wünsch-dir-was-Journalismus betreibt, also nicht die Fakten beschreibt, sondern den Wunsch nach Geschlechtsumwandlung schon grammatisch abbildet. Es handelt sich nun einmal nicht um ein Mädchen. Punkt. Es ist ein Junge in Frauenkleidern mit weiblicher Mähne.

Seit wann machen wir den Begriff der Frau oder des Mannes davon abhängig, wie sich jemand fühlt?

Ich fühle mich von der GEZ verfolgt und beantrage hiermit politisches Asyl in Deutschland.

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