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NPD-Slogan: “Mut zu Deutschland!”

by James T. Kirk on Februar 2nd, 2014

Vor ein paar Tagen machte die Internetpräsenz der “Berliner Zeitung” mit einem Kommentar zur Europawahlkampf-Parole der “Alternative für Deutschland” auf. Ich bin nun wirklich kein Anhänger der AfD, aber der Kommentar ist ein typisches Beispiel, wie Journalisten versuchen, mit wirren Assoziationen Andersdenkende in den Schmutz zu ziehen. Ich bespreche ihn hier, weil wir die “Rechts”-Paranoia sowohl von profeministischen “Soziologen” wie Andreas Kemper, Hinrich Rosenbrock und dergleichen kennen als auch von einigen linken Männerrechtlern, die bei diesem Thema zuweilen etwas überempfindlich sind.

Hier eine Passage (hier und im folgenden ohne Fehlerkorrektur):

Allerdings drehen Bernd Lucke und die seinen die Schraube des Populismus ein erhebliches Stück weiter. Mit dem Slogan „Mut zur Wahrheit“ sollte das Unbehagen aller angesprochen werden, die unter dem angeblichen Diktat „politischer Korrektheit“ leiden. „Mut zu Deutschland“ – das ist nicht einfach jenes Bekenntnis zum eigenen Nation, wie es in anderen Ländern selbstverständlich ist. Der Slogan kommt trotzig daher und unterstellt, dass diese Einstellung in Deutschland eines besonderen charakterlichen Aufwands bedürfe.

Das ist erst das Vorspiel. Der Autor des Kommentars dreht seine Schraube der linken Agitation später noch ein ganzes Stück weiter. Ich bin als Linker der Meinung, daß das Diktat der politischen Korrektheit keineswegs ein “angebliches” ist, und ich würde letztere auch nicht in Anführungsstrichen schreiben. Der Autor scheint unter enormem Realitätsverlust zu leiden, wenn er das Problem der PC-Diktatur offenbar nicht als solches erkennt. Ob nun die AfD die richtige Antwort auf diese Diktatur ist, ist noch einmal eine andere Frage.

Eine positive Einstellung zu unserem heiligen Vaterland 8O bedarf tatsächlich eines gewissen Mutes. Daß viele Linke damit nicht viel am Hut haben, kann man an Degenerationserscheinungen wie der “Rechtschreibreform”, den sogenannten “Antideutschen” sehen oder daran, wie schwer sich Linke mit Rekonstruktionen traditioneller und kaiserzeitlicher Architektur tun. Es ist geradezu grotesk, wie beispielsweise Befürwortern der (äußeren) Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses ein monarchistischer oder preußischer Geist unterstellt wird. Wer sich für einen Wiederaufbau des Schlosses einsetze, der stehe quasi kritiklos der Kaiserzeit oder feudalistischer Herrschaft gegenüber.

So viel zur typischen Paranoia von Linken, die mir gerade als Stammwähler einer linken Partei äußerst peinlich ist. Aber weiter mit dem Kommentar in der Berliner Zeitung und mit der Drehschraube linker Agitation. Jetzt kommt’s:

Wen würde es wundern, wenn er auf Plakaten mit der Aufschrift „Mut zu Deutschland“ die rechtsextreme NPD als Urheber fände? Die AfD versucht, gegen derlei Kritik zu immunisieren, in dem sie das „eu“ in „Deutschland“ europäisch umkränzt. Ob der grafische Trick und das liberale Aushängeschild Hans-Olaf Henkel ausreichen, um Wähler anzusprechen, die sich nur ein bisschen rechts von CDU, CSU und FDP fühlen?

Das ist nun der ultimative Kick für jeden Konfessions-Linken: Einfach unliebsamen politischen Strömungen und Ansichten Rechtsextremismus vorwerfen – oder diese Ansichten auch auf die linkischste und unseriöseste Weise in die Nähe rechtsextremen Gedankenguts rücken. “Mut zu Deutschland” könnte meiner Meinung nach auch auf einem CDU- oder CSU-Wahlplakat stehen, ja selbst auf einem SPD-Plakat.

Nun ja, mich würde es nicht wundern, wenn solch ein Slogan auch auf einem NPD-Wahlplakat zu finden wäre. Sei’s drum. Auch die NPD darf mit solch einem Spruch werben. Jetzt fragt man sich als naiver Demokrat, ob es zur Beurteilung einer Partei ausreicht, sich einen Europawahl-Slogan dieser Partei anzuschauen, den möglicherweise auch eine andere Partei benutzen könnte. Sieht so die politische Bildung aus, wie sie sich ein Linker vorstellt?

Immerhin sind jetzt zwei Parteienkürzel in einem Satz untergebracht: AfD und NPD. Besonders niederträchtig empfinde ich die Äußerungen bezüglich des “grafischen Tricks”, den die AfD in ihrem Slogan verwendet. Diese Zeilen sind im Grunde genommen völlig paranoid und virtuell – und von merkwürdiger Irrationalität. Erst wird gesagt, daß die NPD der Urheber des AfD-Slogans sein könnte. Dann wird behauptet, die AfD wolle sich gegen “solch eine Kritik” immunisieren. Welche Kritik denn? Hat sich denn schon jemand öffentlich getraut, der AfD vorzuwerfen, daß sie einen angeblich NPD-fähigen Slogan verwende? Und wie schafft es die AfD, sich auch noch zeitgleich genau auf diesem Wahlplakat mittels einer EU-Symbolik gegen diese Kritik zu verteidigen – die ja erst nach der Erstellung des Wahlplakats formuliert werden kann? Alles etwas verwirrend.

    Kommentator: Lieber Herr Lucke, “Mut zu Deutschland” könnte auch die NPD verwenden.
    Lucke: Okay, ist schon herb, Alter. Machen wir um das “eu” von Deutschland noch die Sterne der EU-Fahne. Jetzt sind wir immunisiert.
    Kommentator: Das ist aber ein ganz mieser Trick. Reicht das, damit euch keine Rechtsextremen wählen?
    Lucke: Okay, Alter. Mir ist scheißegal, wer mich wählt. Das ist Demokratie.

Wie weit sind wir eigentlich in unserem Lande, daß ein Grün-Wähler die Alternative für Deutschland in Schutz nimmt? Das tue ich, weil mir viel am demokratischen Prozeß und an einer echten demokratischen Kultur gelegen ist. Rechtsextreme dürfen auch CSU, Grüne und FDP wählen. Ist doch schön, könnte man meinen, denn dann helfen rechtsextreme Stimmen demokratischen Parteien.

Die oben zitierte Passage besteht im Grunde genommen nur aus Paranoia, wirren Mutmaßungen und Verleumdungen. Entscheidend ist nun einmal die Politik, die eine Partei anstrebt, und nicht irgendwelche vermeintlichen, von einem Journalisten hinzugedichteten Motive.

Daß wir hier in Deutschland hochgradig neurotisch sind hinsichtlich der linken politischen Lieblingsthemen “Rassismus” und “Rechtsextremismus”, zeigt auch folgender absurder Artikel im Zentralorgan linker Esoterik – der TAZ: Nach Rassismus-Vorwürfen in Berlin – Polizei zeigt nur noch deutsche Diebe

Da schau her:

Das Video „Vorsicht Diebe – so schützen Sie Ihr Weihnachtsgeld!“ zeigt in der ersten Szene eine Asiatin, die in einem Kleidungsgeschäft in einen fremden Rucksack greift. In der zweiten Szene zieht ein Schwarzer im Supermarkt eine Geldbörse aus einer Tasche, während sein Komplize das Opfer ablenkt – eine alte Frau mit Krückstock. In der dritten Szene beklaut eine dunkelhäutige Frau mit einem Handlanger einen Fahrgast während des Einsteigens in eine Straßenbahn. Es handelt sich um Originalaufnahmen echter Taschendiebstähle, die von Überwachungskameras gefilmt wurden.

Wer mal eine schwachsinnige linke Zeitung studieren will, lese nun diesen Abschnitt:

In dem Video haben alle gezeigten Täter offensichtlich einen Migrationshintergrund. Dabei ist völlig unklar, wie häufig das auch in der Realität der Fall ist. Bei 96 Prozent der Taschendiebstähle findet die Polizei keinen Tatverdächtigen.

Und bei den wenigen gefassten Dieben wird der Migrationshintergrund nicht erfasst, sondern nur die Staatsangehörigkeit. Von den ermittelten Tatverdächtigen hatten 74 Prozent keine deutsche Staatsbürgerschaft, sondern häufig eine rumänische, polnische oder bulgarische.

Aha. So funktioniert linke Esoterik. Jetzt höre ich mich schon wie ein WGVDL-Forist an. Geht aber leider nicht anders, solange so viele Linke so bekloppt sind. Ja, also, wir wissen doch gar überhaupt nicht, ob die Taschendiebe alle ausländisch am sein tun sind. Denn es werden ja nur 4% der Täter gefaßt. Von denen haben zwar 74% eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit – aber die können ja schließlich auch alle aus Österreich stammen und sind vermutlich zuvor aus Deutschland ausgewandert.

Was soll man bei solch einem Schwachsinn noch sagen? Zum Beispiel, daß die PC-Diktatur in Deutschland nur eine “angebliche” ist? Zur allgemeinen Erheiterung kann man ja noch einen Kommentar unter dem TAZ-Artikel hier dokumentieren. Mal sehen, was Volkes Stimme sagt:

Lassen wir uns mal auf der Zunge zergehen, dass es offenbar reichlich Archivmaterial von nicht eindeutig deutschen Tätern für die Filme gab, Szenen mit eindeutig deutschen Tätern jetzt aber extra mit Statisten nachgedreht werden müssen.

Und weil’s so schön ist, noch einen Kommentar. “Piotr”, also ein hinterhältiger und verschlagener Slawe, meint dies:

Also ich habe Migrationshintergrund und fühle mich nicht unter Generalverdacht gestellt.

Wenn man bei den gefaßten Tätern auch die mit deutscher Staatsangehörigkeit, aber mit z.B. türkischem Migrationshintergrund hinzuaddiert, kommt man womöglich auf eine noch höhere Zahl als die 74%, die im Artikel genannt werden. Der Artikel suggeriert außerdem, daß 4% der aufgeklärten Straftaten zu wenig seien, um fundierte Aussagen über den Anteil ausländischer Täter machen zu können. Wie ein Kommentator unter dem Artikel richtig schreibt, reichen bei Meinungsumfragen bereits 1000 Befragte aus, um daraus eine Wahlprognose für 60 Millionen Deutsche zu zimmern. 1000 Befragte sind also ca. 0,002 Prozent der Wahlberechtigten. Beim heiligen Thema Rassismus gelten also härtere Maßstäbe.

Interessant an den Geschehnissen um die Berliner Polizei und das Video ist auch die Tatsache, daß allein der Vorwurf des Rassismus ausreicht, daß die Polizei pariert und ein neues Video produziert. Man hätte ja auch die Möglichkeit gehabt, sich zu verteidigen und sogar den Kritikern die Leviten zu lesen, was ihr peinliches Gutmenschentum und ihre Realitätsverweigerung anbelangt.

Ich persönlich bin recht häufig in Architekturforen unterwegs und habe dort zufällig noch einen passenden Beitrag gefunden, der eine Realität zum Ausdruck bringt, die linkskonfessionelle Geister offenbar nicht zur Kenntnis nehmen wollen:

Also ich hatte noch nie Probleme in Berlin und bin viel nachts und mit Öffentlichen unterwegs. Man muss halt wissen, welche Leute man eher nicht anguckt, wo man eher langläuft, etc. Außerdem sollte man nicht aussehen wie ein Opfer, ein ernster etwas skeptischer Blick, ein selbstbewusstes Auftreten und co. können schon einiges ausmachen!

Ich wohne im Wedding und bin nach der Wende im Wedding groß geworden, ich kenne den Kiez und bin geübt im Umgang. Ich hatte nur einmal wirklich eine kritische Situation, wo ich wusste, wenn ich der 5er Gang von türkischen Kids jetzt keine Kippen abgebe (damals hab ich noch geraucht), dann machen die Stress…

Aus dem Wedding kommt übrigens auch der türkische Schläger, der am Berliner Alexanderplatz vor einem Jahr einen anderen jungen Mann zu Tode geprügelt hatte. Obwohl klar war, daß es sich um Türken handelte, wurde in den ersten Tagen in der Berichterstattung nur der Begriff “Südländer” verwendet.

Leider gibt es offenbar viele linke Männerrechtler, die beim Thema Islam eine Beißhemmung haben und dadurch erst aggressiveren Islamkritikern, die die Sache etwas übertreiben, Tür und Tor öffnen.

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